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Gujarat: Asketen, Löwen und bunte Trachten

Hier ging Mahatma Gandhi zur Schule, hier jagen Asiens letzte Löwen, hier feiern die asketischen Jains ihren Glauben in prachtvollen Tempelstädten, hier weben Hirten-Nomaden in der Einöde der Salzwüste die buntesten Stoffe und hier kommen die raffiniertesten vegetarischen Genüsse auf den Tisch. Die Attraktionen des westindischen Bundesstaats Gujarat stehen den Sehenswürdigkeiten des benachbarten Rajasthan kaum nach und sind eine Reise Wert., sind jedoch vergleichsweise wenig besucht. Gujarat ist durchaus eine eigene Reise wert, kann aber auch gut mit einer Tour durch Rajasthan kombiniert werden. Und zum Ausspannen locken die wenig bekannten Strände von Diu.

1. Tag: Ankunft in Ahmedabad, Transfer vom Flughafen zum Hotel der Wahl. Die einstige Hauptstadt von Gujarat ist heute noch kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Staates, während Verwaltung und Regierung 1971 in die Satellitenstadt Gandhinagar umgezogen. Die beiden Namen Ahmedabad (nach Sultan Ahmed Shah,der der Stadt im 15. Jahrhundert seinen Namen gab) und Gandhinagar (nach Mahatma Gandhi, der hier im 20. Jahrhundert seinen ersten Ashram gründete) stehen bis heute für die beiden großen Religionsgemeinschaften, die Gujarat prägen: Muslime und Hindus. Eine besondere Stellung nehmen in Gujarat die streng asketisch lebenden Jains ein, deren Tempel zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten in Gujarat zählen.

Guja 2    Gandhi

2. Tag: Ahmedabad. Am Vormittag streifen Sie mit einem ortskundigen Führer zu Fuß durch die engen Gassen und Basare der Altstadt, die von großen Herrenhäusern mit einst prächtigen Schnitzereien geprägt wird. Leider präsentieren sich viele der wunderschönen Häuser nicht gerade im besten Zustand, da die wohlhabenden Familien heute in ganz Indien blühende Unternehmen betreiben, die eigene Heimat aber nur selten noch zu Familienfesten besuchen. Eines der wenigen wirklich gut gepflegten Traditionsgebäude ist das „Haus des Mangaldas Girdhardas“ (kurz House of M.G. genannt), heute ein stilvolles Heritage-Hotel. Die größte und schönste Moschee der Stadt ist die Freitags-Moschee aus dem Jahr 1423. Auch Le Corbusier, der große moderne Architekt, hat in Ahmedabad seinen Spuren hinterlassen, u. a. das Verwaltungsgebäude des Spinnerei-Verbandes, das städtische Museum und etliche private Wohnhäuser. Ahmedabad war ein wichtiges Zentrum der Textilindustrie, gewissermaßen ein „Manchester Indiens“. Darin erinnert das Calico-Museum inmitten der schönen Shahi Bagh Gärten. Zu seinen Ausstellungsstücken zählen schwere Brokatstoffe, filigrane Stickereien, farbenfrohe Saris, Teppiche, Turbane, Mogulzelte und Gewänder der Maharajas. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist der so genannte Harijan Ashram, den Mahatma Gandhi 1917 am Ufer des Sabarmati-Flusses gründete. Sein ehemaliges Haus wurde zum Museum umgebaut. Im Zimmer Gandhis sind sein Spinnrad, die „Satyagraha-Tafel“ und andere Utensilien zu sehen. Außerdem gibt es eine umfangreiche Bibliothek, eine Bildergalerie und die illustrierte Lebensgeschichte des Friedenskämpfers.

3.Tag: Morgens fahren Sie zunächst nach Lothal, wo 1954 Ruinen einer Siedlung der Induskultur (ca. 2500 v. Christus) entdeckt wurden. In alten Zeiten war hier ein lebhaftes und florierendes Handelszentrum, von wo aus Perlen, Edelsteine und wertvolle Schmuckstücke bis nach Vorderasien gehandelt wurden. Weiter geht es nach Palanpur. Der Palast wurde in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als komfortables Jagdschloss gebaut. Unterwegs besichtigen Sie die Festungsstadt Vadnagar und den in einer bizarren Felsen-Hügellandschaft versteckten Jain-Tempel in Taranga. Dieser Tempel war im 13.Jahrhundert von König Kumarpal aus Patan gegründet, der die Patola-Weber aus Südindienin ihre Heimat Gujarat zog. Er zog jeden Tag ein neues Patola Gewand an, wenn er zum Tempel ging. Als die Muslime in die Gegend einbrachen wurde der Tempel zur Tarnung neutral verputzt. Erst im vergangenen Jahrhundert wurde die ursprüngliche Fassade wieder freigelegt. Übernachtung.

4. Tag: Weiter geht es nach Patan zu einem Juwel hinduistischer Steinmetzkunst, dem Ranini-Vav. Vavs, auch Baori genannt, sind Stufenbrunnen, die Mensch und Tier mit Schatten und Wasser versorgen, für die wasserarmen Staaten Gujarat und Rajasthan typisch. Der Ranini-Vav, erbaut im 11. Jahrhundert, hat sieben Stockwerke und ist mit mehr als 800 Skulpturen verziert. In Patan besuchen Sie eine der letzten Patola-Webereien. Patolas sind sogenannte „doppelte Ikats“. Bei der Ikat-Technik werden die einzelnen Fäden so mit Farben gemustert, das sich beim Weben das Design des Stoffes ergibt. Bei den Patolas muss die Färbung noch raffinierter geplant werden, damit der fertige Stoff auf beiden Seiten das gleiche Muster aufweist. Weiter geht es zum dem Sonnengott Surya gewidmeten Tempel in Modhera. Er ist mit seinen gut erhaltenen Skulpturen – teils erotische Darstellungen – eines der schönsten Beispiele für die Sakralarchitektur seiner Zeit (älteste Datierung von 1026). Am Abend erreichen Sie das Naturschutzgebiet Little Rann of Kutch.

5. Tag: Das Little Rann of Kutch ist eine Salzpfannenwüste und Heimat des indischen Wildesels. Das auch als Onager bezeichnete Tier ist eigentlich ein Halbesel und kommt nur hier vor. Neben den Wildeseln leben im Schutzgebiet auch Flamingos, verschiedene Reptilien, Antilopen und Leoparden. Auch der extrem seltene indische Wolf ist hier gelegentlich anzutreffen. Bei der Fahrt durch das Schutzgebiet kommen Sie auch zu Siedlungen verschiedener hier lebender Volksstämme. Die Wüstenregion des Kutch wirkt auf den ersten Blick unfruchtbar und öde, beherbergt aber in Wirklichkeit viele Volksgemeinschaften, die sich untereinander durch jeweils verschiedene ästhetische Ausdrucksformen unterscheiden. Rabari, Mutwa, Jat, Mehgwal und Sodha (stammen vorwiegend von asiatischen Nomadenvölkern ab) sind die Namen der wichtigsten Stämme mit einer Jahrhunderte alten Nomadentradition, die es überhaupt möglich macht, diese unwirtliche Gegend zu bewohnen. Die Stickkunst gehört zu diesen Traditionen. Sie ist zum Mittel geworden um Meinungen auszudrücken und um die eigene Rolle innerhalb des Stammes festzulegen. Die Handarbeiten aus Kutch gelten als die Farbenfrohsten in ganz Indien, auch wenn sie zusätzlich mit Spiegeln verziert sind. Übernachtung im Resort.

Handmade   Palitana

6. Tag: Weiterfahrt nach Bhavnagar an der Küste des Distrikts Sauhrashtra im Süden von Gujarat. Der Ort ist Ausgangspunkt zur sagenhaften Tempelstadt von Palitana. Übernachtung.

7. Tag: Frühmorgens brechen Sie zum 55 Kilometer entfernten Palitana auf. Hier thront auf dem Shetrunji Berg die heilige Tempelstadt der Jains. 3309 Stufen führen 600 Höhenmeter hinauf. Die Anstrengung lohnt sich aber, denn die Tempelanlage ist wirklich einmalig. Um dem „Samsara“, dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, zu entgehen, gehört es zu den Pflichten der Jains, einmal in ihrem Leben einen Tempel zu stiften. Daher kommen die vielen kleinen Tempel neben den hundert großen. Es sollen 863 Tempel sein. Dazu sind Tausende von Skulpturen zu sehen und mehr als 10000 „Padukas“, in Stein gehauene Fußabdrücke der Jain-Lehrer. Von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick in die umliegende Gegend. Für den Aufstieg zum Gipfel braucht man etwa 1,5 Stunden. Man kann sich auch auf den Hügel tragen lassen. Der Preis richtet sich nach dem Komfort des Stuhles und nach dem eigenen Gewicht. Die Tempel wurden über einen Zeitraum von neun Jahrhunderten gebaut. Aus heimischem Marmor ist der Haupttempel der Anlage, der Adishvara (Adinatha). Der zweistöckige Tempel steht innerhalb einer mit kleineren Kapellen ausgestatteten Ummauerung und hat einen mit mehrfarbigem Marmor gepflasterteten Hof. Seine hyperstilisierte Mandapa ist mit fein geschnitzten Statuen und wunderbaren Deckenornamenten versehen. Dieser am heiligsten Ort Shatrunjayas stehende Tempel gehört zu den schönsten des gesamten Komplexes. Übernachtung im Hotel in Bhandavgarh.

8. Tag: Weiterfahrt nach Gondal, heute ein eher verschlafener Ort. Im frühen 20. Jahrhundert war Gondal Zentrum eines der fortschrittlichen indischen Fürstentümer, dessen Herrschergeschlecht sich bis auf den Gott Krishna herleitet. Sir Bhagwatsinhji, der 20. König der Dynastie, machte sich als Sozialreformer ebenso einen Namen wie als Gesetzgeber, Mediziner und Verfasser der ersten Grammatik der in Gujarat gesprochenen Sprache. Von seiner Technikbegeisterung zeugt eine umfangreiche Sammlung von Oldtimern und ein Eisenbahnzug mit noblen Salon-, Speise- und Schlafwagen, die im Garten des Orchard Palace zu bewundern sind. Der Akshardham Tempel der einflussreichen und wohlhabenden Swami Nararayn-Sekte (die in London auch den größten Hindu-Tempel außerhalb Indiens errichtet hat) ist eine viel besuchte Pilgerstätte und ein Beispiel für die Gewinn bringende Verbindung von Geschäftstüchtigkeit und Spiritualität. Übernachtung in Gondal.

9. Tag: Tagestour in die Umgebung von Gondal. Der Ort Jetpur ist berühmt für die Herstellung von Baumwollstoffen mit prägnanten Blockdruck-Mustern. Übernachtung im Hotel in Gondal.

handmade 2   Lady 1

10. Tag: Weiterfahrt nach Junagadh. Das Gebiet des hiesigen Herrschers hat sich erst nach der Unabhängigkeit der indischen Union angeschlossen. Weil der moslemische Nawab sein kleines Reich Pakistan eingliedern wollte, fand eine Abstimmung über die Zugehörigkeitsfrage statt. Die hinduistische Bevölkerungsmehrheit stimmte für Indien. Der letzte Nawab (Herrschertitel) von Junagadh flüchtete daraufhin nach Pakistan. Hauptsehenswürdigkeit im Ort selbst sind Maqbara Mausoleen: Dort liegen die Nawabs, die letzten Herrscher Junagadhs, begraben. Die Stadt wird überragt vom uralten Uparkot-Fort mit einer bewegten Geschichte. Zu sehen sind außer den mächtigen Mauern eine riesige Kanone, eine Moschee, zwei Zisternen und aus dem vierten nachchristlichen Jahrhundert stammende buddhistische Höhlentempel. In über 1000 Jahren wurde die Festung 16-mal vergeblich belagert – die beiden Stufenbrunnen innerhalb der Mauern lieferten genügend Wasser um nicht nur die Bewohner sondern auch Pferde und Elefanten innerhalb der Mauern zu versorgen. Weiterfahrt zum Safari Camp im Gir-Reservat. Übernachtung.

11. Tag: Morgens und nachmittags Jeep-Safaris in den Nationalpark. Das Gir Schutzgebiet, ist das letzte Refugium des asiatischen Löwen. Neben den etwa 300 Löwen bieten die Trockenwälder von Gir auch Lebensraum für eine ähnlich große Population von Leoparden. Hauptbeutetiere der Großkatzen sind Axishirsche. Außerdem kommen im Gir Schutzgebiet Sambar-Hirsche, Nilgai-Antilopen, Wildschweine, Gazellen und Vierhornantilopen vor. Unterwegs Besuch in Dörfern der einheimischen Volksstämme: Die Maladhari leben von der Viehzucht und führen bis heute ein Leben ganz im Einklang mit der Natur – auch mit den Löwen, obwohl die Großkatzen gelegentlich Rinder und Kamele reißen. Die Sidhis sind eindeutig schwarzafrikanischer Herkunft. Ihre Vorfahren wurden im 19. Jahrhundert vom Nawab von Junagadh als Sklaven nach Indien „importiert“ und bei der Jagd auf Löwen als Fährtensucher und Treiber eingesetzt. Heute leben sie in Dörfern mitten im Schutzgebiet, sprechen das lokale Gujarati, bewahren aber viele afrikanische Traditionen.

Somnat 12. Tag: Morgens Weiterfahrt zum Sonnentempel von Somnath, Der dortige, berühmte Shiva-Tempel liegt direkt am Meer. Das jetzige Bauwerk aus dem Jahre 1950 steht an der Stelle, wo bis zur Zerstörung durch Aurangzeb im Jahre 1706 ein Jahrtausende alter, legendenumwobener Tempel stand. Leider ist von diesen Legenden nicht mehr allzuviel zu spüren, wenngleich der Tempel zu den zwölf wichtigen Schreinen der Shiva-Anhänger gehört. Im Tempel beherrscht religiöser Kommerz die Stimmung, während es am Strand wie auf einem Rummelplatz zugeht. Weiterfahrt nach Diu, das durch einen schmalen Meeresarm vom Festland getrennt ist. Diu gehörte bis 1961 (wie Goa) zum portugiesischen Kolonialreich. Portugiesische Einflüsse sind überall spürbar. Diu wird vor allem am Wochenendegerne von Gästen aus Gujarat besucht, denn während dort Alkohol tabu ist, wird hier Bier,Wein und Hochprozentiges ausgeschenkt. Nachmittags Freizeit am Strand, Übernachtung im Strandhotel.

13. Tag: Morgens Besichtigung der Altstadt und des Forts von Diu. Nachmittags Freizeit am Strand, Übernachtung im Strandhotel.

14. Tag: Nachmittags Transfer zum Flughafen Diu.

*********Ende der Reise*********

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Stand 2017
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